Kunst- und Aktionstage Demenz - Laubach

Demenz geht jeden an. Die Wahrscheinlichkeit, im Laufe des eigenen Lebens an Demenz zu erkranken, andere demenziell veränderte Menschen zu kennen oder kennen zu lernen, nimmt in unserer alternden Gesellschaft zu. Dieser Herausforderung stellen wir uns als Oberhessisches Diakoniezentrum (Träger vielfältiger Angebote im Bereich Alten- und Krankenhilfe, Mehrgenerationenhaus) in Zusammenarbeit mit der Kommune. In der Großgemeinde Laubach (Hessen) fanden vom 8.11.09 - 14.11.09 die Kunst- und Aktionstage Demenz statt. Diese erste Woche sollte ein Impulsgeber für die Entwicklung eines zivilgesellschaftlichen Modells zum Umgang mit Demenz in Laubach und der Region sein. Am 27.11.09, fand eine die Woche abschließende Veranstaltung, mit dem Thema „Ergebnisse und Perspektiven", statt. In dieser wurden die Kunst- und Aktionstage rückblickend ausgewertet und Ideen und Visionen für die Zukunft gesammelt. Die Kunst- und Aktionstage werden mit verschiedenen Veranstaltungsreihen erfolgreich fortgesetzt.
Durchgeführt werden die Kunst- und Aktionstage vom Oberhessischen Diakoniezentrum Johann-Friedrich-Stift, Laubach.

Übergeordnetes Ziel der Veranstaltungen und Aktionen ist es, zum Thema Demenz zu sensibilisieren. Dabei wird für einen offenen und akzeptierenden Umgang miteinander geworben.
Mögliche Wege, damit die Betroffenen am Leben in der Gemeinde teilhaben können, werden angeregt. Es entsteht eine Kultur der Begegnung zwischen Menschen mit und ohne Demenz.
Um die Bürgerrechte der Menschen mit Demenz zu wahren und zu stärken, werden Betroffene und ihre Angehörigen verstärkt in bestehende Aktionen und Maßnahmen wie „familienfreundliches Laubach", „Bündnis für Familien", „Demografie-Dialog Laubach", „Mehrgenerationenhaus" etc. eingebunden. Es entsteht ein Klima, in dem Menschen mit Demenz selbst für Ihre Rechte und Ihre Interessen eintreten.
In der ländlich geprägten Großgemeinde bestehen einerseits vielfältige Strukturen des Engagements (beispielsweise Vereine, Treffen ...), andererseits führen Scham, Ängste und mangelnde Kenntnisse über Demenz dazu, dass das Thema Demenz tabuisiert wird und die vorhandenen Netze ihre Funktion nicht immer erfüllen können.
Wir wollen ein Klima der Offenheit schaffen, in dem sich Betroffene selbst äußern und engagieren können, und ein soziales Netz knüpfen, das die Betroffenen trägt und bei Bedarf auffängt.
Ziel ist es auch, der zunehmenden Isolierung und Abschottung der Angehörigen entgegenzuwirken. BeraterInnen informieren, während den Kunst- und Aktionstagen, zu möglichen unterstützenden Diensten (z.B. Demenzhelfer/innen im häuslichen Bereich), finanziellen Hilfen und Gesprächsangeboten (z.B. Angehörigengruppen).

Öffentlichkeit, Medien, Kulturschaffende und Politiker/innen sollen sensibilisiert und zum Handeln bewegt werden. Hierbei haben wir das beim Nachhaltigkeitsworkshop „demenzfreundliche Kommunen" in Berlin, angesprochene Motto „in Schwingung bringen" aufgegriffen und zur nachbarschaftlichen Hilfe und zum bürgerschaftlichen Engagement angeregt.
Es wurden beispielhaft Möglichkeiten der gesellschaftlichen Teilhabe für Menschen mit Demenz und deren Angehörige aufgezeigt und erschlossen. Erfahrungen darüber können anderen Kommunen im Landkreis und der Initiative demenzfreundliche Kommune - Stadt und Landkreis Giessen e.V. Anregungen geben.
Angeregt von den Ergebnissen der Kunst- und Aktionstage nehmen wir das Thema auch weiterhin auf, um im Rahmen bestehender und zukünftiger Gruppen Interessierte und Multiplikatoren zu gewinnen.
Die Erfahrungen und Ergebnisse könnten z.B. bei der Leitbildentwicklung anderer Kommunen Impulse geben. Kontakte diesbezüglich bestehen.

Es wurden und werden in der Stadt und den Stadtteilen Veranstaltungen im Bereich Kunst und Kultur angeboten, bei denen sich Betroffene und nicht Betroffene als Nachbarn begegnen konnten. Dazu sind alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen. Es gibt Raum und Zeit, um ins Gespräch zu kommen.

Um auch Menschen die bisher wenig oder gar keinen Zugang zu dem Thema Demenz haben anzusprechen, werden gezielt Veranstaltungen und Aktionen durchgeführt, die das Thema aus dem Blickwinkel Kunst und Kultur beleuchten. Hierbei steht im Vordergrund die Potentiale, der von kognitiven Beeinträchtigungen betroffenen Menschen, aufzeigen.
Nachfolgend werden die Veranstaltungen 2009 kurz vorgestellt (siehe Programm):

Eröffnungsveranstaltung
Zu Beginn fand ein Gottesdienst statt, der die Menschen mit Demenz und das Thema Demenz, in den Mittelpunkt stellte.
Danach folgten Ausführungen von Kathrin Wind, Vorstand des Oberhessischen Diakoniezentrums Johann-Friedrich-Stift, Laubach und Peter Klug, Bürgermeister der Stadt Laubach.
Daran schloss sich ein Vortrag, von Dagmar Jung, Diakonisches Werk Hessen und Nassau, über die „Kreativen Potentiale von Menschen mit Demenz" an.
Der Film „Wünsche", Stimmen aus der Region, rundete die Eröffnungsveranstaltung ab.
Informationsstände und ein Büchertisch ergänzten die Veranstaltung.
An der Eröffnung der Kunst- und Aktionstage Demenz nahmen 160 Besucher teil.

Kunstausstellung Kunst trotzt Demenz , Wanderausstellung der Stiftung Diakonie in Hessen und Nassau, Stiftungsfond DiaDem
In dieser Ausstellung sind 100 Werke zum Thema Demenz und Alter zusammengeführt. Zeichnungen, Fotografien, Installationen und Skulpturen zum Teil renommierter Künstler wie Felix Droese, Candida Höfer, Jörg Immendorff, und weiterer Künstler aus der Region wurden ausgestellt. Ausgangspunkt für die Kunstwerke ist häufig die Erkrankung von Angehörigen, Freunden oder wie bei Christian Zimmermann die eigenen Veränderungen und Möglichkeiten durch das Erleben der Demenz.
Der Film zur Entstehung der Ausstellung wurde der Öffentlichkeit an mehreren Tagen vorgestellt.
Die Ausstellung fand, im Rathaus der Stadt Laubach, vom 08.11.09 - 23.11.2009 statt. Einzel-Exponate waren an öffentlichen Orten wie z.B. Mehrgenerationenhaus, Sparkasse, Volksbank und Beratungszentrum ausgestellt.
Während der Woche wurden zu der Ausstellung mehrere Führungen angeboten.

Film Wünsche „Stimmen aus der Region"
Kathrin Wind und Gabriele Hösl-Brunner befragten Menschen aus der Region zum Thema Demenz und ihren Vorstellungen zu einer demenzfreundlichen Kommune. Peter Gabriel drehte dies und stellte einen Kurzfilm zusammen. Dieser wurde bei verschiedenen Veranstaltungen der Öffentlichkeit vorgestellt.

Vorträge
„Ist Altern eine Krankheit?" Vortrag von Herrn Prof. em. Dr. Dr. Reimer Gronemeyer
„Was wissen wir über Demenz?" Informationsveranstaltung Frau Bettina Rath, Vorsitzende der Alzheimer Gesellschaft Mittelhessen

Podiumsdiskussion
Mit „Stimmen von Menschen mit Demenz", betroffenen Angehörigen, Vertretern aus Politik (Stadt und Landkreis) und Gesellschaft und Herrn Prof. em. Dr. Dr. Reimer Gronemeyer

Gottesdienst zum Thema Demenz

Gottesdienst für Menschen mit Demenz

Verschiedene Lesungen
Literatur zum Thema Demenz für Erwachsene
Lesung zum Thema Demenz für Kinder von 3-6 Jahren

Offene Türen für alle Interessierten
Angebote des Mehrgenerationenhaus und der Tagesbetreuungsstätte für demente Menschen ,

Informationen zum Thema „Anregung der Sinne und deren Bedeutung für Menschen mit Demenz"

Tanz-Café

Lichtertanz
Tanz- und Bewegungsveranstaltungen wurden durchgeführt u.a. mit Unterstützung von Menschen die vorher zu dem Thema Demenz und den Menschen mit kognitiven Einschränkungen noch keinen Kontakt hatten.

Hilfen für Menschen mit Demenz und deren Angehörige
Persönliche und telefonische Information und Beratung im Informations- und Servicezentrum

Warum nicht singen?
Eine Veranstaltung für Menschen mit Demenz und alle die Freude am Singen und der Begegnung mit anderen haben.

Zum Abschluss dieser Kunst- und Aktionstage:

„Dies alles nur ein Traum" Theater und Film.
Eine multimediale Inszenierung des Theaters Traumstern, die im Auftrag des Oberhessischen Diakoniezentrums Johann-Friedrich-Stift, Laubach entstanden ist.
Der zweite Teil der Inszenierung, ein Doku-Film, wurde im Seniorenzentrums Lich, unter Mitwirkung von Annemarie (89 Jahre) und Heinz Sander (92 Jahre) und weiteren Akteuren gedreht.

Bei diesen Veranstaltungen ist es allen möglich geworden, sich dem Thema Demenz aus verschiedenen Richtungen anzunähern.
Die Kunst- und Aktionstage 2009 fanden in enger Kooperation zwischen dem Oberhessischem Diakoniezentrum und der Stadt Laubach statt.

Welche Effekte werden in Hinblick auf die Nachhaltigkeit vor Ort erwartet?

Je nach Ergebnis der abschließenden Bewertung ist zu prüfen, ob und in welcher Form ähnliche Aktionen, Veranstaltungen und Projekte durchgeführt werden. Denkbar wären auch punktuelle Einzelaktionen in der Gemeinde.

Das Thema Demenz wird dauerhaft in die Gremien zur Stadtentwicklung verankert. Schritte dazu wurden bereits eingeleitet.

Bürgerschaftlich Engagierte können im Rahmen des Oberhessischen Diakoniezentrums unterstützt, eingesetzt und begleitet werden (Ehrenamtsagentur).

Die Erweiterung der Mitglieder der Initiative demenzfreundliche Kommune -Stadt und Landkreis Giessen e.V. wird angestrebt.

Im Mehrgenerationenhaus wird das Cafe als Begegnungsstätte über die Kunst- & und Aktionstage hinaus angeboten. Darüber hinaus können einzelne Werkstattprojekte des Mehrgenerationenhauses in Laubach und in den Stadtteilen der Integration der Betroffenen dienen.

Zeit und Arbeitsplan (die wichtigsten Arbeitsschritte und Meilensteine)

Das Projekt geht insgesamt weit über die Kunst- und Aktionstage der Woche im November 2009 hinaus.

Vorbereitungsphase
Gewinnung von Honorarkräften und von Helfer/innen, die mit uns gemeinsam kreative Ideen entwickeln und die Organisation der Kunst- und Aktionstage übernehmen. Dabei streben wir an, Personen zu finden, die nicht in dem Bereich der Gesundheits- und Sozialdienste tätig sind. Kontakte bestehen zu Dienstleistern aus Bereichen, die Menschen aus den unterschiedlichsten Berufen, Sektoren, Kulturen und Ehrenämtern zusammen bringen, um sich gemeinsam mit konkreten Problemen und Chancen unserer Gesellschaft auseinanderzusetzen. Hierin sehen wir eine Chance, von Anfang an mit einem anderen Blickwinkel das Thema Demenz zu betrachten.

In der Vorbereitungsphase werden dabei Kontakte zu Personen innerhalb der Kommune geknüpft, die sich in das Projekt einbringen könnten. Dazu besteht bereits ein sehr enges Netz der Zusammenarbeit und Kontakte innerhalb der Stadt mit dem Antragsteller.
Der Ideenpool für mögliche Veranstaltungen und Aktionen wurde und wird mit Beteiligten überprüft ggf. geändert.
Es wurden Ideen entwickelt, in welcher Form Rückmeldungen zu Wünschen und Bedürfnissen der Bürger/innen aufgenommen werden können.

Durchführungsphase
Durch die in der Stadt und den Stadtteilen angebotenen Veranstaltungen, z.B. in Räumlichkeiten der Vereine, werden die Menschen in ihrem Umfeld, ihrer Gemeinde direkt angesprochen. Hier kann die Auseinandersetzung mit dem Thema Demenz und den Fragen „Was wünsche ich mir, wenn ich Erkrankter oder Betroffener bin? Was kann ich in meinem Umfeld tun?", direkt angeregt werden.

Auswertungsphase

  • Durchführung der Veranstaltung Ergebnisse und Perspektiven, Rückblick auf die Kunst- und Aktionstage Welche Impulse hat es gegeben?
  • Welche Visionen sind entstanden?
  • Welche Schritte sind notwendig auf dem Weg zu einer demenzfreundlichen Kommune?

Moderation Frau Renate Krol Programmdirektorin von Common Purpose Frankfurt, eine gemeinnützige Organisation zur Entwicklung von „Leadership" für das Gemeinwohl:
Weitere Einzelauswertungen und die Entwicklung zukünftiger Schritte gibt es 2010.

Verstetigungsphase
Die Kunst- und Aktionstage Demenz wurden 2010/2011 erfolgreich fortgesetzt. Folgende Aktionen und Veranstaltungen wurden durchgeführt:

Februar- April 2010
Veranstaltungsreihe „Als die Oma komisch wurde", Kirchengemeinde Grünberg Insgesamt 120 TeilnehmerInnen

Grünberg ist eine an Laubach angrenzende Gemeinde. Hier wurde in Kirchengemeinden des Kirchspiels, durch die Projektkoordinatorin, von Februar bis April 2010 eine Veranstaltungsreihe zum Thema Demenz durchgeführt.
Um einen generationenübergreifenden Austausch zum Thema Demenz anzuregen, wurden auch die Konfirmanden zu der Eröffnungsveranstaltung eingeladen. Nach einer Filmvorführung kam es zu einem regen Austausch und einer Diskussion zu den Themen: „Was macht den Menschen aus? Wie können auch Menschen mit Demenz weiter an der Gesellschaft teilhaben?"
Die Reihe wurde mit 3 weiteren Veranstaltungen in unterschiedlichen Dörfern fortgesetzt. Innerhalb sogenannter Frauenhilfetreffen wurde das Thema vertieft. An diesen themenbezogenen Veranstaltungen nahmen auch interessierte Frauen teil, die sonst nicht die Frauenhilfe besuchen. Dies zeigt das große Interesse an dem Thema. Die TeilnehmerInnen äußerten sich sehr positiv dazu, dass solch eine Veranstaltung wohnortnah angeboten wird. Informationen und Veranstaltungen wohnortnah anzubieten ist in der ländlichen Umgebung von großer Bedeutung.

28. und 29.01.2010
Teilnahme an der Veranstaltung „Stimmig"
Veranstaltung „Demenz Support Stuttgart"

Besucher, der von Demenz Support Stuttgart veranstalteten Tagung „Stimmig!", konnten sich am 28. und 29. Januar 2010 über die Kunst- und Aktionstage Demenz informieren. In diesem Rahmen wurden weitere Kontakte geknüpft.

14.03.2010
Aufführung „Dies Alles nur ein Traum" im Rahmen der Licher Kulturtage
210 TeilnehmerInnen Das multimediale Theaterstück „Dies alles nur ein Traum" wurde im Rahmen der Licher Kulturtage 2010 am 14. März 2010 noch einmal aufgeführt.

Zu der Theater-Filmvorführung wurde ergänzend ein generationenübergreifendes Vorprogamm gestaltet. Der Seniorenchor „Seniorenlerchen" des Seniorenzentrums Lich, in dem Menschen mit und ohne Demenz zusammen singen, trug bekannte Lieder vor. Danach sang der Jugendchor „Songlines" der Musikschule Lich Lieder aus den 70-iger Jahren. Beide Chöre gestalteten dann gemeinsam den Abschluss des Vorprogramms mit einem gemeinsamen Lied. So wurde von „Jung und Alt" gemeinsam zu dem multimedialen Theaterstück übergeleitet.
Die Veranstaltung wurde wieder mit überwältigendem Interesse angenommen. Auch in dieser zweiten Aufführung besuchten über 200 Menschen das Kino. Das Publikum war von der Darstellung des Themas wieder stark beeindruckt und berührt. Die Mitwirkenden wurden mit viel Applaus und "standing ovations" gewürdigt.
Auch diesmal gab es wieder die Möglichkeit, durch eine einführende Rede unsere Haltung und unser Anliegen zum Thema Demenz anzusprechen.
Die Veranstaltung wurde komplett im Film fest gehalten. Daraus entstand ein Trailer für das Film- und Theaterstück „Dies Alles nur ein Traum", der an Interessierte ausgeliehen werden kann, die das Stück gerne in anderen Städten aufführen möchten.
Weitere Aufführungen finden im Herbst/Winter 2010 statt.
Das Diakonische Werk Hessen und Nassau weist, bei Anfragen nach der Kunstausstellung „Kunst trotzt Demenz", auf die Möglichkeit das Stück zu buchen, hin. Interessenten haben sich schon gemeldet.

23.03.2010
„In Verbindung bleiben - Perspektiven zum Thema Demenz"
Vortrag bei der Jahresversammlung des Landseniorenverbandes Mittelhessen in Grünberg
Rund 200 TeilnehmerInnen

Die Vorsitzende des Landseniorenverbandes Mittelhessen lud aufgrund ihrer Erlebnisse während der Kunst- und Aktionstage Demenz die Projektleitung und die Projektkoordinatorin als Referentinnen für die Jahresversammlung des Landseniorenverbandes Mittelhessen nach Grünberg ein. Vor rund 200 TeilnehmerInnen fand ein Vortrag zum Thema Demenz mit dem Titel „In Verbindung bleiben - Perspektiven zum Thema Demenz" statt.
Dabei stand die Sichtweise dementer Menschen und ihr Wunsch, „In Verbindung zu bleiben" im Vordergrund. Um diesen Menschen eine Stimme zu geben, wurden Richard Taylor und Christian Zimmermann als Betroffene zitiert und dabei auf großer Leinwand im Bild als Personen gezeigt. Der Vortrag war einerseits informativ und andererseits sehr berührend. Die Lebhaftigkeit der anschließenden Diskussion und die Fülle der Nachfragen zeigten die starke Resonanz, die der Vortrag hervorgerufen hatte. Zahlreiche Nachfragen der Teilnehmer und deren Anmerkungen als z.T. betroffene Angehörige zeigten das große Interesse an diesem Thema.

17.04.2010
Teilnahme an der „Woche für das Leben", Frankfurt

Vom 17. bis 24. April 2010 fand in Frankfurt die „Woche für das Leben" statt, an der sich die Projektkoordinatorin und die Leitung des Mehrgenerationenhauses mit einem Infostand zum Thema Demenz beteiligten.
An diesem wurden die Kunst- und Aktionstage Demenz mit Plakaten, Fotos und Beschreibungen vorgestellt. Eine Kurzfassung des Theaterstückes wurde mittels Beamer und Laptop vorgestellt. Bücher für Erwachsene und Kinder zum Thema Demenz wurden ausgelegt. Ein „Erinnerungskoffer" und Fotoalben luden zum Stöbern und zum „Ins-Gespräch-kommen" ein.
Menschen verschiedenen Alters suchten den Kontakt und erzählten, warum sie das Thema anspricht und beschäftigt. Das Thema Demenz mittels der Kunst aufzugreifen (Theater, Ausstellung Kunst trotzt Demenz...) fand rege Zustimmung.

5. bis 31. Oktober 2010
Ausstellung und Veranstaltungsreihe in Lich

Die Kunst- und Aktionstage Demenz wurden im Oktober 2010 mit einer fünfteiligen Veranstaltungsserie in Lich fortgesetzt. Diese Reihe fand in Kooperation mit der Fachstelle für gesellschaftliche Verantwortung Ev. Dekanate Grünberg, Hungen und Kirchberg statt.

07. Oktober 2010 Ausstellungseröffnung
„Ich will Freiheit beim Malen..." Leben mit Demenz, Bilder von Eberhard Warns

Eröffnet wurde die Veranstaltungsreihe mit einer Gemäldeausstellung des 2007 verstorbenen Eberhard Warns, der unter dem Eindruck der Demenzerkrankung in seinen letzten Lebensjahren 250 Bilder schuf.
Seine Ehefrau Else Natalie Warns sprach an der Eröffnung über ihre persönlichen Erfahrungen über „Kunst als autonome Kommunikation eines Menschen mit Demenz."

14. Oktober 2010 Informationsveranstaltung
Dr. med. Jürgen Riecke, vom Institut für Diagnostik und Therapie kognitiver Störungen in Gießen, informierte über Ursachen, Diagnostik, Medikation und den Umgang mit Menschen mit Demenz.
Zahlreiche Interessierte nahmen an der anschließenden Diskussion rege teil.

20. Oktober 2010 Autorenlesung
Die FAZ-Redakteurin Katrin Hummel las aus ihrem Buch „Gute Nacht Liebster. Ein berührender Bericht über Liebe und Vergessen." Die Autorin hat etwa 1 Jahr vor dem Tod ihres Vaters damit begonnen, die Mutter zu interviewen und diese Gespräche in literarische Form gebracht. Zuhörer beschrieben diese Lesung als sehr persönlichen und berührenden Abend.

23. Oktober 2010 Fachtag für Angehörige und Ehrenamtliche im Besuchsdienst
In diesem Rahmen wurde der Vortrag „Wie begegnen wir an Demenz Erkrankten?" von Diplompädagogin Christine-Ann Raesch, vom „Zentrum Verkündigung„ der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau gehalten.

28. Oktober 2010 Vortrag „Opa lebt jetzt in einer WG"
Frau Dr. Angela Stender, Fachstelle für gesellschaftliche Verantwortung Ev. Dekanate Grünberg, Hungen und Kirchberg, sprach über Möglichkeiten alternativer Wohnformen für Menschen mit Demenz. Dabei ging sie auf die zunehmende Zahl von ambulant betreuten Wohngruppen ein. Weiterhin ging es um Anforderungen an Planer und Architekten und bisherige Erfahrungen, die mit diesem Wohn- und Lebensmodell gemacht wurden.

Berichte in Rundfunk und Presse
Der hr4 sendete im Rahmen des hr4 iNFO eine Ankündigung zu den Kunst- und Aktionstagen Demenz und ein Interview mit Frau Wind, Vorstand des Oberhessischen Diakoniezentrums Johann-Friedrich-Stift, Laubach und Dr. Angela Stender, Fachstelle für gesellschaftliche Verantwortung Ev. Dekanate Grünberg, Hungen, Kirchberg.
Zahlreiche Artikel in der Presse und im Internet berichteten über die Veranstaltungsreihe.

23. November 2010 Aufführung Theaterstück „Dies alles nur ein Traum, Laubach-Wetterfeld
Wir freuen uns darüber, mit Unterstützung des Fördervereins Diakoniezentrum Laubacher Stift e.V. das Theaterstück in einem Ortsteil von Laubach aufführen zu können. An dieser Veranstaltung nahmen wieder mehr als 130 Gäste teil. Diese waren von der Darstellung des Themas Demenz und der Darbietung der jungen und alten Menschen begeistert.

17. November 2010 Schulungstag zum Thema Demenz für die MitarbeiterInnen der Kreisverwaltung Gießen
Angeregt wurde die Schulung im Kreis durch Mitglieder der Gießener Seniorenkommission, die die Kunst- und Aktionstage besucht hatten.
Die Projektkoordninatorin stellte das Thema Demenz 2010 im Rahmen einer Fortbildung für die Mitarbeiter des Fachbereiches Soziales des Kreises Gießen vor. Dabei standen „Stimmen" dementer Menschen im Mittelpunkt. Die Fortbildung zu diesem Thema war so erfolgreich, dass diese auch 2011 fortgesetzt werden soll.

Einrichtung einer Koordinationsstelle für Demenz-und Hospizarbeit am Oberhessischen Diakoniezentrum
Im Oberhessischen Diakoniezentrum wurde eine Koordinationsstelle für Demenz- und Hospizarbeit eingerichtet.
DemenzhelferInnen für den häuslichen Bereich werden qualifiziert, in der Region eingesetzt und begleitet.
Regelhafte Durchführung von Tanzteeveranstaltungen für Menschen mit und ohne Demenz
2011 Teilnahme an den Gesundheitstagen im Kreisgebiet.

Januar 2011 Teilnahme am Projekt Demenz und Bewegung, Initiierungund Etablierung gemeinwesenorientierter Bewegungsangebote für Menschen mit Demenz und für ihre Angehörigen (IDEA)- ein Kooperationsmodell der Diakonie Hessen und Nassau und des Bildungswerkes des Landessportbundes Hessen e. V.
Ein Ziel ist es Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen, unabhängig von ihrem Lebensort (häusliches Umfeld oder Heim), die Teilnahme an Bewegungsangeboten weiterhin zu ermöglichen oder neu anbieten zu können.
Dazu wurden Mitglieder ortsansässiger Vereine gewonnen, die mit einer festangestellten Mitarbeiterin des Oberhessischen Diakoniezentrums zusammen die Zusatzqualifikation „Bewegungsangebote für Menschen mit Demenz" als lokale Multiplikatoren erwerben. Die Teilnehmer aus den Vereinen waren z.T. schon ehrenamtlich bei den Kunst- und Aktionstagen 2009 tätig.
Sie bilden ein Team und wirken als solches in ihr lokales Praxisfeld hinein.

Auch weiterhin wird das Oberhessische Diakoniezentrum Johann-Friedrich-Stift, Laubach mit den Kunst- und Aktionstagen zum Thema Demenz sensibilisieren und Impulse geben, wie die Teilhabe von Menschen mit Demenz am Leben in der Gemeinschaft gelingen kann

Stand der Arbeiten, erreichte Ziele

Die Kunst- und Aktionstage Demenz wurden und werden sehr erfolgreich durchgeführt.

Insgesamt haben bisher mehr als 1600 Interessierte an den Veranstaltungen teilgenommen.

Die Kunst- und Aktionstage haben die Menschen innerhalb der Kommune dazu angeregt, das gesellschaftliche Leben von Betroffenen und (noch) nicht Betroffenen zu überdenken. Der rege Austausch zu dem Thema und der Woche bestätigt dies.

Die Resonanz der Bürger und Bürgerinnen in Laubach, den Stadteilen, den angrenzenden Gemeinden und aus dem Kreis Giessen war durchweg positiv. Hervorzuheben ist, dass sowohl Bürger und Bürgerinnen, die bisher wenig Kontakt zu dem Thema hatten, als auch demente Menschen, Angehörige, ehrenamtlich Engagierte, Politiker und Fachpublikum aus der Region die Kunst- und Aktionstage besuchen. Ebenso zahlreich waren Kunstinteressierte und Künstler vertreten.

Angebotene Fahrdienste zu den Veranstaltungen innerhalb der Stadt und den Stadtteilen wurden nur sehr vereinzelt genutzt.

Nachfolgende Gespräche, die das Thema Demenz in bestehende Einzelprojekte und Bündnisse der Stadt Laubach integrieren, haben stattgefunden.

Der abschließende Projektbericht beschreibt und analysiert die Kunst- und Aktionstage und deren Ergebnisse detaillierter. .

Beschlossen ist, dass in der Zukunft weitere Kunst- und Aktionstage veranstaltet werden.

Kontakt & weiterführende Informationen

Name: Kathrin Wind
Funktion: Vorstand
Institution: Oberhessisches Diakoniezentrum
Adresse: Stiftstraße 19, 35321 Laubach

Name: Gabriele Hösl-Brunner
Funktion: Projektkoordinatorin, Qualitätsmanagementbeauftragte
Institution: Oberhessisches Diakoniezentrum
Adresse: Stiftstraße 19, 35321 Laubach

Telefon: 06405 827612
Telefax: 06405 3907
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Internet: www.oberhess-diakonie.de

Öffentlichkeitsarbeit und Dokumentation

Im Rahmen einer intensiven Öffentlichkeitsarbeit wurde und wird auf das Thema Demenz und die Veranstaltungen der Kunst- & und Aktionstage, aufmerksam gemacht.
Unter www.oberhess-diakonie.de kann und konnte man sich zu den Kunst- & und Aktionstagen informieren und Kontakt aufnehmen.
Es wurden 600 Plakate und 5000 Faltblätter und darüber hinaus Extraeinladungen zur Kunstausstellung in der Stadt, den Stadtteilen und der Region verteilt.
Gezielte schriftliche und persönliche Einladungen innerhalb der Stadtteile fanden zusätzlich statt.
Auch Ortsvorsteher und Vereinsvorsitzende haben in ihren Stadtteilen für die Veranstaltungen geworben.
Veranstaltungshinweise und Presseartikel wurden in der örtlichen und regionalen Presse veröffentlicht.
Siehe beispielsweise: Internetseiten der Giessener Allgemeinen Zeitung zu der Veranstaltung „Dies alles nur ein Traum"-eine Geschichte aus dem Leben.
http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Kreis/Staedte-und-Gemeinden/Lich/Romeo-und-Julia-im-Traumstern-_arid,143461_regid,1_puid,1_pageid,48.html
Der HR4 sendete ein Interview mit dem Vorstand des Oberhessischen Diakoniezentrums Johann-Friedrich-Stift, Laubach zu dem Projekt.
Die Presse berichtete in den Printmedien vielfältig über die Kunst- & und Aktionstage Demenz.
Ebenso hat es Informationen und Veranstaltungshinweise in Online-Zeitungen, Online-Magazinen und Online- Veranstaltungskalendern der Region und der Internetseite der Arbeitsgemeinschaft der zuständigen Dekanate der evangelischen Kirche gegeben.
In den evangelischen Gemeindebriefen wurde zusätzlich auf die Veranstaltungen hingewiesen.
Das Theater wurde im Rahmen der Veranstaltungshinweise des Programmkinos, angekündigt. Der Verteiler dieses Programms bietet die Möglichkeit, jüngere Menschen zu erreichen, für die das Thema Demenz nicht unbedingt im Vordergrund steht.
Unter www.mehrgenerationenhaeuser.de ist ein Artikel zu dem Projekt veröffentlicht.
Die Öffentlichkeitsarbeit wurde 2010 und wird auch zukünftig intensiv fortgesetzt.

Ausstellung-Eingabe-Aktion-Demenz
Eroeffnung-Gaeste-1-Eingabe-Aktion-Demenz
Eroeffnung-Gaeste-2-Eingabe-Aktion-Demenz
Eroeffnung-Gruppenbild-Eingabe-Aktion-Demenz
Interviews-Eingabe-Aktion-Demenz
Kunst--und-Aktionstage-Demenz-2010-Veranstaltungsreihe-Lich
Lesung-Eingabe-Aktion--Demenz
Podiumsdiskussion-Eingabe-Aktion-Demenz
Presseartikel-zur-Schulung-von-Mitarbeitern-der-Kreisverwaltung-Giessen
Tanzen--Tanzcafe-Eingabe-Aktion-Demenz
Tanztee
Teilnahme-Woche-fuer-das-Leben-in-Frankfurt
Theater-Schauspieler--2-Eingabe-Aktion-Demenz
Theater-Schauspieler-3-Eingabe-Aktion-Demenz
Theater1-Eingabe-Aktion-Demenz
Theaterauffuehrung-2010
Warum-nicht-singen-1-Chor-Eingabe-Aktion-Demenz
Warum-nicht-singen-2-Chor

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