Eine Kommune auf dem Weg: Arnsberg

Name der Initiative/Aktion: Projekt Demenz Arnsberg
Bundesland:
Nordrhein-Westfalen
Einwohnerzahl der „Kommune":
76.000


Kurze Beschreibung der Initiative/ Aktion:

Die Stadt Arnsberg setzt seit dem 1. Januar 2008 das von der Robert Bosch Stiftung geförderte kommunale Modellprojekt Projekt Demenz Arnsberg um. Das Modellprojekt verfolgt das Ziel, die Lebenssituation von Menschen mit Demenz und ihrer Angehörigen zu verbessern. Dabei legen wir einen Fokus auf die Verbindung von professionellen Hilfs- und Unterstützungsangeboten mit bürgerschaftlichem Engagement auf Augenhöhe. 

Mit drei Bausteinen versuchen wir, diese Ziele zu erreichen:

Verbesserung und Ausbau der Informationswege und der Vermittlung von Hilfen; Vernetzung und Kooperation von Anbietern im Stadtgebiet; Unterstützung bürgerschaftlicher Tätigkeiten und intensive Auseinandersetzung in der Öffentlichkeit.

Die ersten Monate des Modellprojekts waren vom Aufbau der Strukturen gekennzeichnet. Es wurden drei dezentrale, bürgernahe Beratungsstützpunkte aufgebaut, und Personal eingestellt. Die bestehenden Informations-Broschüren zum Thema Demenz wurden überprüft und befinden sich in der Überarbeitungsphase mit dem Ziel, einen Demenz-Wegweiser zu erstellen, der möglichst alle relevanten Hilfsangebote enthält.

Die Mitarbeiter in den Beratungsstützpunkten haben neben der Beratung von Betroffenen eine weitere Funktion: als „Netzwerkknoten" stehen sie in Kontakt zu möglichst vielen im Stadtteil vorhandenen Akteuren.

Mit einer Auftaktveranstaltung wurde die breite Öffentlichkeit auf den Beginn des Modellprojektes aufmerksam gemacht. Seither werden unregelmäßig Veranstaltungen und Aktionen für verschiedene Zielgruppen (Angehörige, Profis, bürgerschaftlich Engagierte, Öffentlichkeit, ...) durchgeführt. Dabei finden neben reinen Infoveranstaltungen auch Qualifizierungs- und Fortbildungsveranstaltungen durch das Projekt Demenz Arnsberg statt.

Kontakt:
Stadt Arnsberg
Fachstelle Zukunft Alter
Martin Polenz
Lange Wende 16a
59755 Arnsberg
02932 201-2206.
Besuchen Sie auch unseren Internetauftritt www.projekt-demenz-arnsberg.de

Wer ist an der Initiative/ Aktion beteiligt?
Stadt Arnsberg, zahlreiche Akteure im Stadtgebiet, prinzipiell kann sich jede/r in das Projekt einbringen

Seit wann beschäftigt sich die Kommune mit dem Thema Demenz? Bzw. seit wann findet eine über den Kreis der Experten hinausreichende Beschäftigung mit Demenz statt?
Seit etwa 2004.

Wer ist daran in welchen Rollen beteiligt?
Stadt Arnsberg, „Initiativkonferenz" aus unterschiedlichsten Akteuren aus Arnsberg (Vertreter von Krankenhäusern, stationären und vorstationären Einrichtungen, alternativen Wohnformen, des Caritas-Verband, des ev. Perthes-Werks e.V., des Seniorenbeirats sowie der Stadt Arnsberg, des Hochsauerlandkreises), mittlerweile eine größer werdende Zahl an Einrichtungen aus dem Bereich „Alter" wie auch aus anderen Bereichen (Kindergärten, Schulen, Jugendbegegnungszentren, usw.)

Warum (bzw. in welcher Hinsicht) ist Demenz überhaupt ein Thema der Kommune?
Demenzielle Erkrankungen werden vor dem Hintergrund des demografischen Wandels weiter zunehmen. Sie betreffen nicht nur den Erkrankten, sondern auch sein persönliches Umfeld, besonders die direkten Angehörigen. Demenz wird in Zukunft eine zunehmende Belastung für Familien sein. Die Kommune steht vor der Aufgabe, geeignete Strategien zu entwickeln und Maßnahmen durchzuführen, um den Betroffenen die größtmögliche Hilfe zugänglich zu machen.

Wie finanziert sich die Aktion /Initiative?
Förderung durch die Robert Bosch Stiftung, daneben auch Spenden lokaler Akteure

Über welchen Zeitraum läuft/ lief die Initiative/ Aktion?
01.01.2008 bis 31.12.2010

Welche Aktivitäten/Inhalte beinhaltet/ beinhaltete die Initiative/ Aktion?
Verbesserung und Ausbau der Informationswege und der Vermittlung von Hilfen; Vernetzung und Kooperation von Anbietern im Stadtgebiet; Unterstützung bürgerschaftlicher Tätigkeiten und intensive Auseinandersetzung in der Öffentlichkeit.

Wer ist/ war die Zielgruppe?
Demenzkranke, Angehörige, Profis, weitere Akteure, Öffentlichkeit im Stadtgebiet

Was ist/ war das Ziel der Aktion /Initiative?
Die Lebenssituation von Menschen mit Demenz in Arnsberg spürbar zu verbessern, eine Verbindung von professioneller Unterstützung und ehrenamtlicher Hilfe langfristig zu etablieren.

Welche Erfolge wurden bisher erzielt?
Aufbau von drei Beratungsstützpunkten, Auf- und Ausbau von Beziehungen zu Kooperationspartnern, zahlreiche Veranstaltungen im Bereich Öffentlichkeitsarbeit, intensiver Austausch mit anderen Kommunen, Umsetzung erster Kooperationsprojekte (z.B. Projekt Zeitlos als Kooperation des JBZ Liebfrauen und dem Caritas-Seniorenzentrum Arnsberg; das Projekt mit Portraits als Kooperation der Norbertus-Grundschule und dem Senioren-Wohnpark Arnsberg sowie der Kunsttherapeutin Claudia Büeler)

Was ist für die Zukunft geplant?
Durchführung zahlreicher weiterer Einzelprojekte und Kooperationsprojekte in Arnsberg, weitere intensive Öffentlichkeitsarbeit (z.B. Start eines Filmzirkels zum Thema Demenz), Schwerpunkte Migration und Menschen mit Behinderung, spezielle Förderung bürgerschaftlichen Engagements im Bereich Demenz, u.a.

Wie ist die Resonanz der Bürger?
In Arnsberg gibt es gute Ausgangsbedingungen für das Modellprojekt, da die Stadt über ein großes und vielfältiges bürgerschaftliches Engagement - gerade auch im Bereich Alter - verfügt. Durch diese bereits bestehenden Formen bürgerschaftlichen Engagements erhält das Projekt Demenz Arnsberg sehr viel Unterstützung. Auch die Bereitschaft der Profis in Arnsberg, im Projekt mitzuarbeiten ist sehr hoch.

Gibt es Kooperationen mit anderen Vereinen, Firmen, etc.?
Ja. In verschiedenen Kooperationsprojekten entstehen immer wieder neue Verbindungen zwischen verschiedenen Einrichtungen und Organisationen. Ein Beispiel: die Altenpflegeschule der Caritas entwickelte eine Info-Broschüre zum Thema „Wohnhilfen bei Demenz", in Kooperation mit der Handwerkskammer Südwestfalen wird diese Broschüre demnächst Handwerkern und betroffenen Familien zugänglich gemacht.

Welche Schwierigkeiten, Stolpersteine gab es?
Unterschiedliche Vorstellungen von Zielen und Inhalten des Modellprojektes in Arnsberg (schon innerhalb der Initiativkonferenz), Betonung der Neutralität der Beratungsstützpunkte, Bekanntwerden des Beratungsangebotes bei den Betroffenen...

Woran machen die Träger der Initiative/ Aktion den Erfolg des Unternehmens fest?
Nutzung des Beratungsangebotes in den Beratungsstützpunkten, Entstehen neuer Kooperationen, neue bürgerschaftliche Projekte

Wird die Initiative/ Aktion ausgewertet?
Ja. Evaluation durch Universität Münster, Dokumentation in Zusammenarbeit mit Universität Dortmund

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