Demenzkampagne Ostfildern „Wir sind Nachbarn"

Vorgestellt von: Gabriele Beck, Leitstelle für ältere Menschen, Ostfildern

Besondere Merkmale der Kampagne:

  • Bild_BeckInitiative wurde von im Bereich Demenz professionell Tätigen konzipiert und auf kommunaler Ebene mit Unterstützung der Stadt Ostfildern durchgeführt. In Ostfildern hat das kommunale Engagement für ältere hilfe- und unterstützungsbedürftige Menschen Tradition.
  • Laufzeit: Oktober 2007 bis Mai 2008. Motto: „Wir sind Nachbarn"
    Vorlauf zur Vorbereitung: 1 Jahr
  • Ziele:
    1. Das Thema Demenz in der Stadt Ostfildern (36 000 Einwohner; in unmittelbarer Nähe von Stuttgart gelegen) bekannter machen - Demenz zum Gesprächsthema in der Stadt machen.
    2. Nicht nur Familien und Betroffene, sondern auch das Umfeld erreichen, - Freunde, Nachbarn, Menschen, die bislang mit dem Thema noch nicht näher in Berührung kamen.
  • Vorbereitungsgruppe arbeitete mit der Fragestellung: Mit welcher Sprache, welchen Bildern, und welchen Botschaften müssen/können wir das Thema in die Stadt und zu den Menschen transportieren, ohne (nur) Angst auszulösen
  • Beispiel einer Aktion im Rahmen der Kampagne: Der „Erste Hilfe Kurs Demenz"
    Man einigte sich auf drei Zielgruppen:
    1. alle Einzelhändler in der Stadt (wurden erreicht über Kooperation mit der Wirtschaftsförderung und dem Bund der Selbständigen)
    2. alle Vereine in der Stadt (insgesamt immerhin 200 Stück an der Zahl)
    3. die Polizei
    Beispiel: Kurs für Polizisten. Gabriele Beck: „Das Genialste war wohl, dass wir den Begriff erfunden haben." - Impliziert eine Analogie zur Sicherung rudimentärer Kenntnisse zur Bewältigung von Notfallsituationen im Alltag (z.B. Erwerbsarbeitsleben) bzw. im Straßenverkehr. Die Kurse waren für die Teilnehmenden kostenfrei.
  • Bilder von Demenz / Leitvorstellungen eines funktionierenden Gemeinwesens - das Thema Demenz bietet sich an in einer Stadt, um über die Frage nachzudenken: Wie gehen wir mit Menschen um, die anders sind als wir? Statt angstbesetzt und defizit-zentriert sollte versucht werden, einen Blickwinkel zu transportieren, der sagt: „Es gibt vieles zu entdecken und zu lernen".
    Beispiel Ostfildern: Hier existiert bereits seit acht Jahren das Projekt „Volunteers" (Freiwillige Helferinnen und Helfer), die ehrenamtlich in Haushalte gehen und Menschen mit Demenz begleiten. In der Ausschreibung dieses Programms wurde auch die Notwendigkeit betont, Neugier auf vielleicht wunderliche Menschen mitzubringen. Dieser Ansatz hat sich als sehr fruchtbar erwiesen (vgl. auch den Beitrag von M. Bylow-Schiele im Rahmen des Panels „Hinhören")
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