„Die Schnittstelle zwischen Hauptamtlichen und Ehrenamt muss gut gestaltet sein!“ – Minna Bylow-Schiele, Volunteer im Besuchsprogramm für Menschen mit Demenz der Stadt Ostfildern

Frau Bylow-Schiele ist im Volunteers-Programm der Stadt Ostfildern engagiert und arbeitet außerdem im Vorstand des Kreisseniorenrats des Landkreises Esslingen mit.



Foto2_Bylow_SchieleMinna Bylow-Schiele:
Wir haben im Landkreis Esslingen 1995 in einer Denkwerkstatt unter Federführung der Altenhilfefachberaterin Inge Hafner die Volunteersgrundsätze festgelegt. Diese benennen die Rahmenbedingungen, die es braucht, dass Menschen ihre Kraft, ihre Zeit und ihre Kompetenz für sinnvolle Aufgaben einsetzen. Und die Erfahrung zeigt auch, wenn Aufgaben und Projekte gut und anspruchsvoll gestaltet sind und nach Volunteersgrundsätzen gehandhabt werden - dann ist es kein Problem, Freiwillige zu finden.
Die wichtigsten Grundsätze lassen sich, so Frau Bylow-Schiele, anhand des freiwilligen Besuchsdienstes aufzeigen, in dem sie sich engagiert.

Minna Bylow-Schiele: Die Leitstelle für ältere Menschen in Ostfildern [...] lud zu einer Informationsveranstaltung über den Besuchsdienst ein. Den Dienst gibt es bereits seit 8 Jahren. Inzwischen ist es die dritte Generation von Freiwilligen, aus der Anfangszeit sind noch vier Freiwillige da. Die Einladung war sehr anspruchsvoll, Lust machend und interessant formuliert und die Veranstaltung war ebenso interessant. Die Aufgabenstellung wurde klar und deutlich dargelegt. Danach hatte ich das Gefühl: Ja, das ist etwas für mich. Das ist mein Ding, das passt zu mir. Auch der angebotene Einführungs- und Fortbildungskurs war sehr qualitätsvoll. Charakteristisch für den Kurs war, dass hier Freiwillige zusammen mit Profis aus dem Krankenhausbereich und aus der Altenhilfe qualifiziert wurden. Die Aufgaben waren klar vorgezeichnet. Die Verbindlichkeiten, die ich als Volunteer eingehe, waren sehr klar dargelegt. Wir erfuhren in dem Kurs vieles über das Krankheitsbild Demenz, über Validation, Erinnerungspflege, darüber, worauf man in der Gesprächsführung mit Menschen mit Demenz achten sollte. Den Abschluss bildete eine Hospitation in der Tagespflege. Für mich erbrachte das einen großen persönlichen Gewinn. Und ich denke, darauf kommt es an - dass dieser ideelle Gewinn da ist. Darüber hinaus werden wir in unserer Arbeit weiter begleitet durch eine Hauptamtliche und wir tauschen unsere Erfahrungen (unter Leitung der Hauptamtlichen) im Team aus. Das kann man sich als eine Art Supervision vorstellen. Hierfür braucht es ein Zeitbudget für die Hauptamtliche. Die Zuwendung, die wir von der Hauptamtlichen erhalten, erfolgt auf Augenhöhe, das ist sehr wichtig, als Partner ernst genommen zu werden. Die Unterstützung und Begleitung durch die Hauptamtliche ist mir sehr wichtig. Wir können unsere Probleme und Fragestellungen jederzeit einbringen und fühlen uns wertgeschätzt. Wir bekommen die Anerkennung und Wertschätzung auch in Form kostenloser Fortbildungskurse und Gratifikationsveranstaltungen - es geht da nicht ums Geld. Es ist ein persönlicher ideeller Gewinn. Auch Wertschätzung, Anerkennung durch positive Resonanz der Angehörigen - und natürlich auch durch die betreute Person!

 

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